Endlich kapiert Üben

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Zeitungstexte — einfach erklärt

In einer Zeitung stehen fünf Textsorten nebeneinander: Nachricht, Bericht, Reportage, Interview und Kommentar. Sie unterscheiden sich darin, ob bewertet wird — und wie nah der Text ans Geschehen geht.

Zeitungstexte jetzt üben Kostenlos, ohne Anmeldung · die Lösung sagen? Könnte jeder

Was dich hier erwartet

Erklärt von ganz vorn Ohne Vorwissen, ein Satz nach dem anderen. Wer es schon kann, überspringt es.
Nicht vorgesagt, sondern gefragt Du bekommst Fragen, die dich hinführen. Abschreiben geht hier nicht — verstehen schon.
Was hakt, kommt wieder Nach einem Tag, nach drei Tagen, nach einer Woche. So lange, bis es sitzt.

So sieht das beim Üben aus

Eine echte Aufgabe aus diesem Thema. Du bekommst sie nicht vorgerechnet — du wirst hingeführt.

Die Aufgabe

Der Aufmacher einer Nachricht lautet:
„Wegen eines Wasserrohrbruchs blieb die Grundschule am Mittwoch geschlossen.“
Welche W-Frage fehlt noch? Schreib nur das Fragewort.

Erste Frage an dich

Warum stehen die W-Fragen ganz vorn und nicht am Ende?

Weil viele nur den ersten Satz lesen
Weil es spannender ist
Weil es so vorgeschrieben ist

Danach kommen 1 weitere Fragen — und am Schluss schreibst du die Antwort selbst hin. Wenn du nicht weiterweißt, gibt es einen Tipp: Denk an jemanden, der die Zeitung nur überfliegt.

Zeitungstexte von ganz vorn

Ein Satz nach dem anderen, ohne Vorwissen.

In der Zeitung stehen fünf verschiedene Textsorten.

Die Nachricht ist kurz und sachlich. Das Wichtigste steht im ersten Satz.

Der Bericht ist länger und erklärt Vorgeschichte und Hintergrund — bleibt aber sachlich.

Die Reportage nimmt dich mit: Was man sieht, hört und riecht. Oft in der Gegenwart geschrieben.

Das Interview besteht aus Frage und Antwort im Wechsel.

Der Kommentar sagt, was der Verfasser davon hält. Er muss gekennzeichnet sein.

Nur der Kommentar darf bewerten. Alle anderen informieren.

In der Nachricht stehen die W-Fragen ganz vorn: wer, was, wann, wo, wie, warum.

Der Aufbau geht vom Wichtigsten zum Unwichtigsten — man nennt das umgekehrte Pyramide.

Deshalb kann man eine Nachricht von hinten kürzen, ohne dass der Kern fehlt.

Wozu man das braucht

Schritt für Schritt

  1. Frag zuerst: Wird bewertet? Dann ist es ein Kommentar.
  2. Wenn nicht: Zeigt der Text eine Szene, in der Gegenwart? Dann ist es eine Reportage.
  3. Wechseln Frage und Antwort? Dann ist es ein Interview.
  4. Bleibt es sachlich und knapp, Wichtigstes zuerst? Dann ist es eine Nachricht.
  5. Kommt Vorgeschichte und Hintergrund dazu? Dann ist es ein Bericht.
  6. Bei Nachricht und Bericht: die W-Fragen im ersten Absatz suchen.
  7. Zum Schluss prüfen, ob Überschrift und Bild zum Text passen.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Aufgabe: Textsorte bestimmen: „Es riecht nach Kaffee, als Frau Kern um halb sechs die Rollläden hochzieht.“

  1. Wird bewertet? Nein — kein „endlich“, kein Urteil
  2. Frage und Antwort? Nein
  3. Zeigt der Satz eine Szene? Ja: Geruch, Uhrzeit, Handlung
  4. Zeitform: Präsens

Ergebnis: Eine Reportage. Szene und Präsens sind die beiden Kennzeichen.

Die häufigsten Fehler

Kommentar für Nachricht gehaltenEin Kommentar ist gekennzeichnet — als „Kommentar“, „Meinung“ oder mit dem Bild des Verfassers. Wer das übersieht, hält eine Meinung für eine Tatsache.
Nachricht und Bericht verwechseltDie Nachricht ist knapp und nennt nur den Vorgang. Der Bericht nimmt sich Platz für Vorgeschichte und Hintergrund.
Reportage für erfunden gehaltenSie ist so anschaulich wie eine Erzählung, aber alles darin muss stimmen. Der Verfasser war dabei.
Beim Kürzen vorn angefangenEine Nachricht kürzt man von hinten. Vorn steht das, was jeder wissen muss.
Die Textsorte gar nicht bestimmtIn der Prüfung ist das oft die erste Teilaufgabe — und die einfachste Punktzahl im ganzen Text.

Die fünf Zeitungstextsorten

NachrichtBerichtReportageInterviewKommentar
Bewertetneinneinneinneinja
Längesehr kurzmittellangmittelkurz
ZeitformPräteritumPräteritumoft PräsensPräsensPräsens
AufbauWichtigstes zuerstWichtigstes zuerst, dann HintergrundSzeneFrage und AntwortThese und Begründung
Erkennbar anW-Fragen im ersten SatzVorgeschichteGeräusche, Gerüche, Personendem Wechselder Kennzeichnung

Die erste Frage ist immer dieselbe: Wird bewertet? Wenn ja, ist es ein Kommentar — alles andere klärt sich danach.

Wörter, die man kennen muss

AufmacherDer erste Absatz einer Nachricht, in dem die wichtigsten W-Fragen beantwortet sind.
umgekehrte PyramideDer Aufbau vom Wichtigsten zum Unwichtigsten.
KommentarDer einzige Zeitungstext, in dem bewertet werden darf — und der deshalb gekennzeichnet ist.
ReportageEin Text, der eine Szene zeigt und den Leser mitnimmt. Alles darin ist trotzdem wahr.
InterviewFrage und Antwort im Wechsel, wörtlich wiedergegeben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zuerst fragen: Wird bewertet?
  • Kommentar ist gekennzeichnet — danach suchen.
  • Reportage erkennt man an Szene und Gegenwart.
  • Interview am Wechsel von Frage und Antwort.
  • Nachricht: knapp, W-Fragen im ersten Satz.
  • Bericht: wie die Nachricht, aber mit Vorgeschichte.
  • Aufbau der Nachricht: vom Wichtigsten zum Unwichtigsten.

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Lesen reicht nicht

Verstanden hast du es erst, wenn du es selbst hinschreiben kannst. Genau dafür ist diese Seite gebaut: Die Lösung sagen könnte jeder — hier kommen Fragen, die dich hinführen, und am Schluss schreibst du die Antwort selbst.

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