Oft auch gesucht als: Schrittkette SPS Ablaufsteuerung · Alternativzweig Parallelzweig Übergang
Eine Schrittkette steuert einen Ablauf Schritt für Schritt: Band vor, Presse ab, Band zurück. Ohne Parallelzweig ist immer genau ein Schritt aktiv. Weiter geht es erst, wenn die Bedingung hinter dem aktiven Schritt erfüllt ist.
Erklärt von ganz vornOhne Vorwissen, ein Satz nach dem anderen. Wer es schon kann, überspringt es.
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Nicht vorgesagt, sondern gefragtDu bekommst Fragen, die dich hinführen. Abschreiben geht hier nicht — verstehen schon.
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Was hakt, kommt wiederNach einem Tag, nach drei Tagen, nach einer Woche. So lange, bis es sitzt.
So sieht das beim Üben aus
Eine echte Aufgabe aus diesem Thema.
Du bekommst sie nicht vorgerechnet — du wirst hingeführt.
Die Aufgabe
Schrittkette: 1 → 2 mit B1, 2 → 3 mit B2, 3 → 4 mit B3, 4 → 1 mit B4. Aktiv ist Schritt 1. Es melden sich: B1, B2, B3, B1, B2, B1. Welcher Schritt ist danach aktiv?
Erste Frage an dich
Wann schaltet der Übergang von Schritt 2 nach 3?
Wenn Schritt 2 aktiv ist und B2 kommt
Wenn Schritt 2 aktiv ist, auch ohne B2
Immer, wenn B2 kommt
Danach kommen 2 weitere Fragen —
und am Schluss schreibst du die Antwort selbst hin.
Wenn du nicht weiterweißt, gibt es einen Tipp: Zwei Dinge müssen zusammenkommen.
Schrittketten von ganz vorn
Ein Satz nach dem anderen, ohne Vorwissen.
Stell dir einen Ablauf als Reihe von Schritten vor: erst Band vor, dann Presse ab, dann Band zurück.
In so einer Reihe ist immer genau einer dieser Schritte aktiv. Solange er aktiv ist, laufen seine Aktionen — etwa der Motor des Bandes.
Zwischen zwei Schritten steht ein Übergang. Er wartet auf eine Bedingung, meist die Meldung eines Sensors.
Kommt diese Meldung, während der Schritt davor aktiv ist, schaltet die Kette weiter. Der alte Schritt ist dann nicht mehr aktiv, der neue schon.
Kommt eine andere Meldung, passiert nichts. Die Kette wartet weiter.
Das macht Schrittketten robust: Ein Sensor, der zur falschen Zeit meldet, bringt den Ablauf nicht durcheinander.
Am Ende geht es meist zurück zum ersten Schritt, und der Ablauf beginnt von vorn.
Der Schritt, der beim Einschalten aktiv ist, heißt Anfangsschritt. In der Zeichnung ist er doppelt umrandet.
Manchmal verzweigt sich eine Kette. Bei einer einfachen Linie geht es nur in einen der Zweige — in den, dessen Bedingung kommt. Das heißt Alternativzweig.
Bei einer doppelten Linie werden alle Zweige zugleich aktiv und laufen nebeneinander. Das heißt Parallelzweig. Dann sind mehrere Schritte gleichzeitig aktiv.
Unten treffen sich die Zweige an einer zweiten doppelten Linie. Weiter geht es erst, wenn in jedem Zweig der letzte Schritt aktiv ist und die Bedingung kommt.
Wozu man das braucht
Fast jede Maschine mit festem Ablauf arbeitet so — Abfüllanlage, Presse, Waschstraße. Bleibt eine Anlage stehen, sagt dir der aktive Schritt, auf welche Meldung sie wartet. Das ist oft schon die halbe Fehlersuche.
Der Rahmenlehrplan nennt Schrittketten im zweiten Ausbildungsjahr. In Teil 2 der Abschlussprüfung sollst du Steuerungsprogramme interpretieren und ändern (§ 14 Abs. 7 der Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Elektroberufen).
Schritt für Schritt
Such den aktiven Schritt.
Lies den Übergang dahinter: Auf welche Bedingung wartet er?
Geh die Meldungen der Reihe nach durch. Nur die wartende Bedingung schaltet weiter.
Nach jedem Weiterschalten wartet der nächste Übergang.
Steht die Anlage still, ist die wartende Bedingung die Meldung, die fehlt.
Verzweigt die Kette mit einfacher Linie, ist es ein Alternativzweig: Es geht nur in den Zweig, dessen Bedingung kommt.
Bei doppelter Linie ist es ein Parallelzweig: Alle Zweige werden zugleich aktiv. An der unteren doppelten Linie geht es erst weiter, wenn in jedem Zweig der letzte Schritt aktiv ist und die Bedingung kommt.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Aufgabe: Aktiv ist Schritt 3, hinter ihm wartet B3. Es melden sich B1, B3, B3. Welcher Schritt ist danach aktiv?
B1: wartet nicht, es bleibt Schritt 3.
B3: schaltet weiter auf Schritt 4.
B3: hinter Schritt 4 wartet B4, es bleibt Schritt 4.
Ergebnis: Schritt 4
Die häufigsten Fehler
Jede Meldung schaltet weiterNur die Bedingung hinter dem aktiven Schritt schaltet. Alle anderen Meldungen bleiben ohne Folge.
Gleich zum Schritt der Meldung gesprungenEine Kette springt nicht. Sie schaltet nur über den Übergang hinter dem aktiven Schritt.
Zwei Schritte zugleich für aktiv gehaltenOhne Parallelzweig ist immer genau ein Schritt aktiv.
Im Alternativzweig mit einer Meldung aus dem anderen Zweig weitergeschaltetDie Bedingung am Ende eines Zweiges wirkt nur, wenn der Schritt in genau diesem Zweig aktiv ist.
Nach dem Parallelzweig zu früh weitergeschaltetDie untere doppelte Linie wartet, bis in jedem Zweig der letzte Schritt aktiv ist. Kommt die Bedingung vorher, bleibt sie ohne Folge.
Meldung für Meldung, ab Schritt 1
Meldung
aktiv vorher
wirkt?
aktiv danach
B2
1
nein, hinter 1 wartet B1
1
B1
1
ja
2
B3
2
nein, hinter 2 wartet B2
2
B2
2
ja
3
Übergänge wie in den Aufgaben ohne Verzweigung: 1 nach 2 mit B1, 2 nach 3 mit B2, 3 nach 4 mit B3, 4 zurück nach 1 mit B4. Verzweigungen nach der Beschreibung der Ablaufsprache in TwinCAT 3 (Beckhoff Infosys) und der GRAFCET-Norm DIN EN 60848.
Zum Ansehen
Wörter, die man kennen muss
SchrittEin Zustand im Ablauf. Solange er aktiv ist, laufen seine Aktionen.
AktionWas in einem Schritt passiert, etwa: Motor M1 an.
ÜbergangDie Verbindung zum nächsten Schritt. Er schaltet, wenn der Schritt davor aktiv und seine Bedingung erfüllt ist.
BedingungDie Meldung, auf die ein Übergang wartet, etwa ein Endschalter.
AnfangsschrittDer Schritt, der beim Start aktiv ist. Er ist doppelt umrandet.
AlternativzweigVerzweigung mit einfacher Linie. Die Kette geht in genau einen der Zweige.
ParallelzweigVerzweigung mit doppelter Linie. Alle Zweige werden zugleich aktiv und laufen nebeneinander.
Das Wichtigste in Kürze
Ohne Parallelzweig ist immer genau ein Schritt aktiv.
Ein Übergang schaltet, wenn der Schritt davor aktiv ist und seine Bedingung erfüllt wird.
Meldungen, die nicht zum wartenden Übergang gehören, bleiben ohne Folge.
Alternativzweig (einfache Linie): Die Kette geht in den Zweig, dessen Bedingung kommt. Die Bedingungen der Zweige müssen sich gegenseitig ausschließen — sonst ist nicht eindeutig, welcher Zweig aktiv wird.
Parallelzweig (doppelte Linie): Alle Zweige werden aktiv. Weiter geht es erst, wenn in jedem Zweig der letzte Schritt aktiv ist und die Bedingung kommt.
Verstanden hast du es erst, wenn du es selbst hinschreiben kannst. Genau dafür ist
diese Seite gebaut: Die Lösung sagen könnte jeder — hier kommen Fragen, die dich
hinführen, und am Schluss schreibst du die Antwort selbst.
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was bei dir noch hakt.