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Elektroniker · Lehrjahr 4

Anlage prüfen und protokollieren — einfach erklärt

Oft auch gesucht als: Prüfprotokoll DGUV V3 · Erstprüfung Messwerte

Vor der Übergabe wird jede Anlage geprüft: erst hinsehen, dann messen, dann erproben. Was nicht im Protokoll steht, gilt als nicht geprüft.

Anlage prüfen und protokollieren jetzt üben Kostenlos, ohne Anmeldung · die Lösung sagen? Könnte jeder

Was dich hier erwartet

Erklärt von ganz vorn Ohne Vorwissen, ein Satz nach dem anderen. Wer es schon kann, überspringt es.
Nicht vorgesagt, sondern gefragt Du bekommst Fragen, die dich hinführen. Abschreiben geht hier nicht — verstehen schon.
Was hakt, kommt wieder Nach einem Tag, nach drei Tagen, nach einer Woche. So lange, bis es sitzt.

So sieht das beim Üben aus

Eine echte Aufgabe aus diesem Thema. Du bekommst sie nicht vorgerechnet — du wirst hingeführt.

Die Aufgabe

Gemessen wurde eine Schleifenimpedanz von 1,6 Ω. Abgesichert ist mit einem B25-Automaten.
Wie groß ist der zu erwartende Kurzschlussstrom, in Ampere?

Erste Frage an dich

Welche Formel gehört hierher?

I_k = 230 V : Z_s
I_k = 230 V · Z_s
I_k = Z_s : 230 V

Danach kommen 2 weitere Fragen — und am Schluss schreibst du die Antwort selbst hin. Wenn du nicht weiterweißt, gibt es einen Tipp: Spannung geteilt durch Widerstand.

Anlage prüfen und protokollieren von ganz vorn

Ein Satz nach dem anderen, ohne Vorwissen.

Eine Prüfung hat immer drei Teile: besichtigen, erproben, messen. In dieser Reihenfolge.

Besichtigen heißt hinschauen: Sitzen die Klemmen fest, ist alles beschriftet, passt die Schutzart zum Raum?

Erst danach kommen die Messgeräte.

Der Schutzleiter wird auf Durchgängigkeit geprüft — er muss von der Steckdose bis zur Erde durchverbunden sein.

Der Isolationswiderstand zeigt, ob die Leitungen dicht sind. Gemessen wird mit Gleichspannung, meist 500 V.

Der Mindestwert liegt bei Stromkreisen bis 500 V bei 1 MΩ.

Die Schleifenimpedanz sagt, wie groß der Widerstand der Fehlerschleife ist.

Daraus rechnest du den Kurzschlussstrom: I = 230 V geteilt durch die gemessene Impedanz.

Dieser Strom muss groß genug sein, damit die Sicherung schnell abschaltet. Ein B-Automat braucht dafür das Fünffache seines Nennstroms.

Ganz zum Schluss wird alles aufgeschrieben. Messwert, Grenzwert, Bewertung, Prüfgerät, Datum, Unterschrift. Was nicht im Protokoll steht, gilt als nicht geprüft.

Wozu man das braucht

Schritt für Schritt

  1. Besichtigen: Schutzart, Leitungsverlegung, Kennzeichnung, Schutzleiteranschlüsse — vor jedem Messgerät kommt das Auge.
  2. Durchgängigkeit des Schutzleiters messen.
  3. Isolationswiderstand messen, mit der zum Spannungsbereich passenden Prüfspannung.
  4. Schleifenimpedanz messen und den Kurzschlussstrom bestimmen.
  5. Abschaltbedingung prüfen: Ist der Kurzschlussstrom größer als der Auslösestrom der Sicherung?
  6. Fehlerstrom-Schutzschalter erproben: Auslösestrom und Auslösezeit.
  7. Alles ins Protokoll: Messwert, Grenzwert, Bewertung, Gerät, Datum, Unterschrift.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Aufgabe: Gemessen: Z_s = 1,2 Ω, abgesichert mit B16. Ist die Abschaltbedingung erfüllt?

  1. I_k = 230 V : 1,2 Ω = 191,7 A
  2. B16 braucht 5 · 16 A = 80 A
  3. 191,7 A > 80 A

Ergebnis: Ja — die Bedingung ist erfüllt

Die häufigsten Fehler

Nur gemessen, nicht bewertetEin Messwert allein ist kein Prüfergebnis. Ins Protokoll gehört der Vergleich mit dem Grenzwert und das Wort bestanden oder nicht bestanden.
Besichtigen übersprungenDie meisten Mängel sieht man, bevor man misst: fehlende Kennzeichnung, gequetschte Leitungen, lose Klemmen. Das Messgerät findet das nicht.
Mit der falschen Prüfspannung gemessenDer Isolationswiderstand wird mit Gleichspannung geprüft — 250 V, 500 V oder 1000 V je nach Nennspannung des Kreises.
Bei 400 V mit 230 V gerechnetFür den Kurzschlussstrom im Außenleiter-gegen-N-Kreis gilt 230 V. Zwischen zwei Außenleitern sind es 400 V.

Grenzwerte und Auslöseströme

PrüfungWertBemerkung
Isolationswiderstand SELV/PELV≥ 0,5 MΩPrüfspannung 250 V DC
Isolationswiderstand bis 500 V≥ 1,0 MΩPrüfspannung 500 V DC
Isolationswiderstand über 500 V≥ 1,0 MΩPrüfspannung 1000 V DC
FI-Schutzschalter 30 mAAuslösung ≤ 30 mAAuslösezeit ≤ 300 ms
B-Automat5 · I_NB16 → 80 A
C-Automat10 · I_NC16 → 160 A
Abschaltzeit Endstromkreis ≤ 32 A≤ 0,4 sTN-System, 230 V
Berührungsspannung≤ 50 V ACGrenze für Wechselspannung

Maßgebend sind DIN VDE 0100-410 und DIN VDE 0100-600. Im Zweifel gilt die Norm, nicht diese Tabelle.

Zum Ansehen

1. Besichtigen Augen: Klemmen, Kennzeichnung, Schutzart 2. Erproben Funktion: FI-Taste, Schalter, Meldungen 3. Messen Geräte: Schutzleiter, Isolation, Schleife 4. Protokollieren Wert, Grenzwert, Bewertung, Unterschrift

Wörter, die man kennen muss

BesichtigenPrüfen mit dem Auge, vor jeder Messung.
Schleifenimpedanz Z_sDer Widerstand der ganzen Fehlerschleife vom Trafo bis zur Fehlerstelle.
Kurzschlussstrom I_kDer Strom, der im Fehlerfall fließt — er muss die Sicherung auslösen.
IsolationswiderstandWie gut die Leitungen gegeneinander und gegen Erde isoliert sind.
AbschaltbedingungI_k muss größer sein als der Auslösestrom der Schutzeinrichtung.
ErstprüfungDie Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme.

Das Wichtigste in Kürze

  • Reihenfolge: besichtigen, erproben, messen.
  • I_k = 230 V : Z_s im Einphasenkreis.
  • B-Automat löst beim 5-fachen Nennstrom sicher aus, C beim 10-fachen.
  • Isolationswiderstand bis 500 V: mindestens 1 MΩ bei 500 V DC.
  • Abschaltzeit im Endstromkreis bis 32 A: höchstens 0,4 s (TN-System, 230 V).
  • Jeder Messwert braucht eine Bewertung im Protokoll.

Abschaltbedingung prüfen — zum Ausprobieren

Zieh die gemessene Schleifenimpedanz und die Sicherung. Die Bewertung läuft mit.

Das Modell zum Schieben steht in der App — dort siehst du sofort, was sich ändert, wenn du an einem Wert drehst.

Modell ausprobieren

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Lesen reicht nicht

Verstanden hast du es erst, wenn du es selbst hinschreiben kannst. Genau dafür ist diese Seite gebaut: Die Lösung sagen könnte jeder — hier kommen Fragen, die dich hinführen, und am Schluss schreibst du die Antwort selbst.

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